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Ätherische Öle, Hydrolate und fette Pflanzenöle: Warum sie so gut für die Babyhaut sind

vor 19 Stunden
4 Min. Lesezeit

Beim Wickeln geht es nicht nur um die richtige Windel, sondern auch darum, wie wir die Haut unserer Kleinsten pflegen und schützen.

Babys, die 24/7 Windeln tragen, haben mit Rötungen, Entzündungen, wunden Stellen oder Pilzinfektionen zu kämpfen. Beim Tragen von Einwegwindeln kommt dies besonders häufig vor.
Babys, die 24/7 Windeln tragen, haben mit Rötungen, Entzündungen, wunden Stellen oder Pilzinfektionen zu kämpfen. Beim Tragen von Einwegwindeln kommt dies besonders häufig vor.

Viele Eltern kennen das: Der Po des Babys rötet sich, wird wund, oder es entwickelt sich ein Windelsoor. Man spürt, dass die Haut unter der Windel leidet, sei es durch die Ausscheidungen, die während des Tragens auf die Haut einwirken, oder durch Inhaltsstoffe der Windel selbst. Für diesen Artikel habe ich mit Stefanie Erne gesprochen, diplomierte Aromatherapeutin mit eigener Praxis in Dintikon. Sie zeigt uns, wie ätherische Öle, Hydrolate und fette Pflanzenöle die Babyhaut sanft und wirksam unterstützen können, ganz ohne Mineralöle oder synthetische Duftstoffe.



Warum eignen sich ätherische Öle, Hydrolate und fette Pflanzenöle überhaupt für Babys?


Diese drei zusammen bilden für mich den Dreiklang einer wirksamen Aromatherapie. Der Grund liegt in unserer Haut selbst: Auf der obersten Hautschicht liegt eine dünne Schutzschicht, der Hydrolipidfilm, bestehend aus einer Wasser- und einer Fettphase. Genau diese beiden Bausteine liefern Hydrolate, fette Pflanzenöle und ätherische Öle.


Hydrolate bestehen fast nur aus Wasser und haben einen hautfreundlichen, leicht sauren pH-Wert um 5,5, der dem Hautmikrobiom guttut. Kaltgepresste fette Pflanzenöle liefern wichtige Fettsäuren und fettlösliche Vitamine, die bei raffinierten Ölen verloren gehen. Und ätherische Öle sind konzentrierte Vielstoffgemische mit entzündungshemmenden, wundheilenden und pflegenden Eigenschaften.

Da die Haut von Babys noch sehr dünn und durchlässig ist und schnell Feuchtigkeit verliert, profitiert sie besonders von diesen drei Mitteln. Sie wird gepflegt, die Abwehrfunktion gestärkt und die Durchblutung angeregt.



Was ist der Vorteil dieser Mittel gegenüber klassischen Wundcremes oder Salben?


Klassischen Wundcremes und Salben fehlen wertvolle Begleitstoffe und Vitamine.
Klassischen Wundcremes und Salben fehlen wertvolle Begleitstoffe und Vitamine.

Klassische Cremes enthalten oft Mineralöle und synthetische Duftstoffe. Mineralöle sind im Grunde leere Öle: Sie stammen aus dem Abbauprozess von Pflanzenmaterial, nicht aus dessen lebendigen Prozessen. Dadurch enthalten sie keine wertvollen Fettbegleitstoffe und Vitamine. Ihre Molekülgrösse ist zudem so gross, dass sie gar nicht in die Haut eindringen können, sie legen sich nur als Film darüber. Ausserdem enthalten sie unter anderem aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen, die laut der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Synthetische Duftstoffe wiederum enthalten oft chlorierte Moleküle, die vor allem die Atemwege von Babys reizen können. Solche Nebenwirkungen können übrigens auch bei falsch dosierten oder alten, oxidierten ätherischen Ölen auftreten, weshalb die richtige Anwendung so wichtig ist.



Worauf muss man bei der Anwendung bei Babys besonders achten?


Ätherische Öle gehören bei Babys nie pur auf die Haut und niemals innerlich angewendet. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, deshalb muss auch die Verdünnung angepasst werden.


Bis zum Alter von drei Monaten verzichtet man grundsätzlich auf ätherische Öle und greift stattdessen zu Hydrolaten.


Danach gilt als Richtwert: von drei bis zwölf Monaten eine Verdünnung von 0,3 Prozent ätherischem Öl in Pflanzenöl, bei Kleinkindern von einem bis drei Jahren 0,5 bis 1,0 Prozent.

Dosierung

10 ml Basisöl

20 ml Basisöl

30 ml Basisöl

50 ml Basisöl

0,1 %

1 Tropfen

0,3 %

3 Tropfen

0,5 %

1 Tropfen

2 Tropfen

3 Tropfen

5 Tropfen

1,0 %

2 Tropfen

4 Tropfen

6 Tropfen

10 Tropfen

Einige ätherische Öle sind bei Babys und Kleinkindern grundsätzlich tabu, da sie Haut und Schleimhaut stark reizen oder sich schädigend auf das Nervensystem auswirken können. Dazu zählen unter anderem Wintergrün, Pfefferminze, Oregano, Nelke, Zimt, Thymian Thymol, Eukalyptus, Salbei, Ysop, Rosmarin und Ravintsara.


Ein Lavendelfeld in voller Blüte
Ein Lavendelfeld in voller Blüte

Gut geeignet für Babys sind dagegen Benzoe Siam, Ho-Blätter, Lavendel fein, rote Mandarine und römische Kamille. Bei Hydrolaten für die Babypflege lohnt es sich, auf alkoholfreie Produkte zu achten, zum Beispiel von Farfalla, Aromalife oder Feeling, und sie im Kühlschrank aufzubewahren. Bei Unsicherheiten kann man sich jederzeit an eine ausgebildete Aromatherapeutin wenden.


Nicht geeignet


Wintergrün, Pfefferminze, Oregano, Nelke, Zimt, Thymian Thymol, Eukalyptus, Salbei, Ysop, Rosmarin und Ravintsara

Gut geeignet


Benzoe Siam, Ho-Blätter, Lavendel fein, rote Mandarine und römische Kamille


Dosierempfehlung und geeignete Öle als praktischer PDF-Download


Worauf sollte man bei der Auswahl der Produkte achten?


Nicht jedes Ätherische Öl ist geeignet. Achte auf gute Qualität
Nicht jedes Ätherische Öl ist geeignet. Achte auf gute Qualität

Ich achte auf Bio- oder Demeter-Qualität, wobei Demeter für biodynamischen Anbau die weltweit höchste Bio-Zertifizierung darstellt. Der Grund: Pflanzenöle und ätherische Öle dringen wegen ihrer geringen Molekülgrösse tief in die Haut ein, teilweise sogar bis in die Zelle. Pestizide sind fettliebend und können sich deshalb genau in diesen Ölen anreichern. Ich selbst beziehe meine Produkte am liebsten von seriösen Schweizer Anbietern wie Aromalife oder Farfalla, die auch in Apotheken und Drogerien erhältlich sind.




Ich freu mich sehr, dass ich euch einen exclusiven Gutscheincode der Firma Farfalla anbieten kann *.

Mit dem Code FARWIN926 erhälst du bis zum 31.10.2026 einen Rabatt von 15% im Onlineshop oder auch in den Filialen *.


Was gibt es beim Wickeln mit Stoffwindeln zu beachten?


Fetthaltige Balsame und Öle können auf dem Stoff Flecken hinterlassen. Mein Tipp: Öl gut einmassieren oder die Haut kurz trocknen lassen, bevor die Windel geschlossen wird, sonst kann durch den Luftabschluss eine Hautreizung entstehen.


Tipp der Stoffwindelbotschafterin: Um das Saugmaterial zu schützen, kannst du während der Anwendung ein Windelvlies als oberste Schicht in die Windel einlegen. Das nimmt überschüssiges Öl auf, sodass es sich nicht ins Saugmaterial saugen kann. Der Grund: Werden Ölflecken über 40 Grad gewaschen, kann der Stoff mit der Zeit ranzig riechen und müffeln. Stoffwindeln sollten aber aus hygienischen Gründen bei 60 Grad gewaschen werden.


Im nächsten Artikel zeige ich dir konkrete Rezepte für wunden Po, Windeldermatitis und Windelsoor, direkt aus meiner Praxis.


Stefanie Erne ist diplomierte Aromatherapeutin mit eigener Praxis in Dintikon und bietet dort unter anderem Aromaberatungen, Aromamassagen und Kurse für Mütter und Babys an. Mehr über ihr Angebot erfährst du im nächsten Artikel und auf www.praxis-erne.ch.


Wenn dir der Artikel gefällt, du einen Nutzen davon hast, etwas neue lernst oder dich einfach nur für das kostenlose Expertenwissen bedanken möchtest, dann lass am Schluss gern ein ❤️ oder einen Kommentar da. Danke!


Wichtiger Hinweis: Die hier dargestellten Rezepte und Empfehlungen beruhen auf Erfahrungswerten. Sie ersetzen keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden sollte eine Hebamme, Kinderärztin oder Apotheke aufgesucht werden.


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